Brachum Kunstpreis – Neues Jurymitglied

Christian Heuchel, ist zum Jurymitglied des Brachum Kunstpreises 2017 berufen worden.

Weiter Jurymitglieder sind Roland Nachtigäller (Künstlerischer Direktor Marta Herford); Melanie Körkemeier (Kuratorin, Künstlerische Leiterin Bleichhäusschen) ; Isa Melsheimer (Künstlerin); Prof Dr. Friederike Wappler (Wissenschaftliche Leiterin Kunstsammlungen Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Johannes Wohnseifer (Kunsthochschule für Medien, Köln)

 

Der Brachum Kunstpreis ist ein Förderpreis für hochbegabte Nachwuchskünstler, der von der Stadt Rheda-Wiedenbrück mit Unterstützung der Regionalen Kulturstiftung vergeben wird. Er zeichnet junge, in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler im Bereich der zeitgenössischen Bildenden Kunst aus, die am Beginn ihrer Laufbahn stehen und bereits herausragende künstlerische Leistungen erbracht haben. Die Förderung soll die Preisträger in ihrer künstlerischen Weiterentwicklung unterstützen und ihr Werk in der Öffentlichkeit bekannt machen. Der Brachum Kunstpreis wird 2014 erstmalig ausgelobt und nachfolgend in einem zweijährigen Turnus vergeben.

KUNSTPREIS

OMBRE – Haus zum Maulbeerbaum

 

Das Schattenreich ist das Paradis der Phantasten.

Immanuel Kant 1724 – 1804  aus Träume eines Geistersehers

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OMBRE – Kunst am Bau

Für die Gestaltung des Tuches OMBRE wird ein transparenter gelber Stoff verwendet. Die Motive werden über Schablonen auf den Stoff aufgesprüht. Die Sprühtechnik des Graffitis, die kräftigen Farben und die Lockerheit des Farbauftrages sollen das temporäre Eingreifen in den Raum verdeutlichen. Die Motive der Künstler des bHK überlagern sich. Sie beziehen sich auf den Ort und seine Geschichte. Ähnlich der vorgefundenen Wandmalereien des Barock, mischen sich florale und tierische Motive. Die Tradition der Wandmalerei wird interpretiert. Weiterlesen

WUNDERKAMMER – Haus zum Maulbeerbaum

Kunst am Bau

Das Büro dury et hambsch architektur untersuchte an verschiedenen Nutzungsszenarien die größtmögliche Flexibilität in der bestehenden Gebäudestruktur des Hauses. Die freigelegten historischen Wandmalereien, die verformten Decken und Böden und die atmosphärischen Raumkonstellationen bieten einen spannenden Dialog mit dem Neuen an. Die Neuinterpretation des Hauses zum Maulbeerbaum als Herberge bietet eine große Nutzungsvielfalt. Im Erdgeschoss könnte sich eine Weinbar und eine Lounge mit Ausstellungsräumen etablieren. In den zwei oberen Geschossen wäre Platz für eine Künstlerstube, Ateliers mit Zimmervermietung. Der Dachraum wäre als großer Schlafsaal ein tolles räumliches Erlebnis.

Aus STUDIE ZUM HAUS ZUM MAULBEERBAUM DURY ET HAMBSCH ARCHITEKTUR 2013

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Lageplan und Studien zum Haus zum Maulbeerbaum (Büro dury et hambsch architektur)

WUNDERKAMMER

Die historischen Wunderkammern im Palazzo Ducale, auf Schloss Ambras und die Grotta der Isabella d`Este sind wegweisende Beispiele für die künstlerische Überhöhung eines profanen Raumes. Hier verbinden sich feinste Handwerkskunst, kunstvolle Schnitzereien, bemalte Holzpaneele und aufwändige Intarsienarbeiten mit der vorhandenen Architektur. Der naive Umgang mit der perspektivischen Wirklichkeit und gemalte Ausblicke schufen prächtige Raumeindrücke. Es entstanden Gehäuse in der Größe eines Schrankmöbels. Überschaubare Nischen, in denen sich die noch geheimnisvolle Welt einnisten konnte. Merkwürdiges, Kunstwürdiges und Kitschiges fand Einzug. Reliquien wie die Tafelkredenz mit Natternzungen, der Grottenautomat, der Tödlein-Schrein, ein silberbeschlagener Gürtel einer Nonne und ein Hundemaulkorb aus vergoldetem Gittermaterial. In labyrinthischer Atmosphäre wurde das Erbeutete seziert. Um dem geneigten Besucher ins Staunen zu versetzen, wurde Ausgewähltes zur Schau gestellt. Beliebtes Objekt war das Monstrum. Bedrohend blicken die Monster aus Glasgefäßen auf den Regalen. Nur das Scheußlichste war großartig genug, um gesammelt zu werden. Teils lebendig gewesen, teils nie gewesen, demonstriert ihr Besitz die Herrschaft über das Unmenschliche. Eine bemerkenswerte Visitenkarte für ihren Besitzer. Die Wunderkammern sind heute aus den Haushalten verschwunden.

Christian Heuchel 2010